1 20161026 101027AM ENDE WIRD ALLES GUT

UND WENN ES NICHT GUT IST

DANN IST ES NOCH NICHT DAS ENDE

Vor zwei Jahren, am 26.05.2015, fuhren wir aufgeregt nach Frankfurt, da um 6 Uhr in der Früh unsere Scarlett ankam. Wir haben 5 Katzen und Scarlett (der erste eigene Hund) hatte unser Herz erobert.

 

 

 

Mit Scarlett kamen noch weitere Hunde an. Während die anderen sich meist freuten und Leckerchen in Empfang nahmen, sah uns aus einer Transportbox mit großen ängstlichen Augen eine braune kleine Micky-Mouse an. Irgendwie sah sie viel kleiner aus als wir erwartet hatten, vor allem ihr Köpfchen, wir waren darüber aber angenehm überrascht.

Scarlett nahm weder Leckerchen, noch bewegte sie sich, der Flug war ihr nicht gut bekommen, sie schnappte nach Luft und wir dachten schon, ihr letztes Stündlein hat geschlagen. Als die anderen Besitzer mit ihren Hunden schon die Flughalle verlassen hatten, standen wir immer noch da und Scarlett pinkelte auf der Seite liegend vor lauter Angst in die Halle. Wir trugen sie dann zum Auto. 

An Laufen war nicht zu denken. Das Auto fahren war dann ganz o.k. Neugierig schaute sie aus dem Fenster. Nach1 Stunde Fahrt machten wir Pause und endlich nahm auch sie ein paar Stückchen Wurst zu sich.

Daheim angekommen wurde sie gleich von unserem herzkranken, halb blinden 2 jährigen Kater begrüßt. 

Snoopy besteht nur aus reiner Liebe und ihm haben wir es auch zu verdanken, dass die anderen Katzen (Zicken) dann doch relativ schnell die Angst vor dem neuen Vierbeiner verloren haben.

Wir wussten ja, dass Scarlett eine ängstliche Hündin ist, aber vieles haben wir unterschätzt. Es war die ersten 8 Monate für sie und uns mit viel Unsicherheit besetzt.

Die ersten 3 Monate durfte man nichts in der Hand halten, nicht den Fuß heben, keine Einkaufstasche tragen. Scarlett hat sich alle drei Meter auf den Rücken gelegt und ergeben. Sogar, wenn wir gegessen haben, ist sie aus dem Raum gerannt. Scarlett hatte Angst vor dem Geklimper. Auch hatte sie Angst vor Treppen.

Sie ist bestimmt geschlagen, getreten und mit Sachen beworfen worden. Was dieser lieben Hündin angetan wurde, möchten wir uns gar nicht vorstellen.

Auch konnte sie monatelang keine Minute alleine bleiben. Wir haben es versucht: 1 Minute aus der Tür, 2 Minuten, 3 Minuten etc. (mit Babyphone…mit Kamera) ..keine Chance! Sie hat es innerhalb von 30 Sekunden geschafft, sich durch die Katzentür! zu quetschen und hatte Panikattacken, war heiß und hat gespeichelt. Auch ging unser Plan, dass sie nach 3 Wochen Urlaub, während ich arbeite, bei meiner Schwester/Mutter/ Vater bleibt, nicht auf. Scarlett hat stundenlang durchgewinselt.

Ich habe alle meine Tierschutzfreunde durchgerufen und alle Hundebesitzer im Umkreis von 5 km, ob sie einen Pflegeplatz haben. Die Pflegestelle und der „Unterricht“ bei einem hoch gelobten Hundetrainer, das „Erstgespräch90 Eurowar ernüchterndnicht auf die Bedürfnisse unseres Hundes zugeschnitten.so einen Scheiß habe ich schon lange nicht mehr gehört. Danach habe ich beschlossen, wieder auf mein Herz und meinen Bauch zu hören.

Dann einen Tag bevor ich (Frauchen) wieder arbeiten musste, ein Lichtblick. Probe Gassi gehen. Eine Frau mit einem gleichaltrigen Goldie nimmt ab und zu Pflegehunde. Gassi gehen lief super, Scarlett wollte sogar ein bisschen spielen, danach schauten wir uns das Haus der Pflegestelle an und Scarlett rannte die Treppen hoch! gab Benny ein Küsschen, legte sich auf seine Decke und war daheim.

Von da an ging es bergauf. Mit Benny als Freund gab es kein Geheule und keine Panik. Scarlett hat Kontakt zu anderen Hunden. Sie wird immer selbstsicherer und zeigt bei anderen Hunden schon mal ihre (nicht vorhandenen ;-) ) Zähne, wenn ihr was nicht passt. Es waren täglich 65 km und 2 Stunden Fahrt und natürlich Kosten; aber was tut man nicht alles ;-).

Scarletta übernachtet sogar an einem Abend und schläft mit Benny im Körbchen. Sie kann ohne Leine laufen (an der Straße lassen wir sie nicht). Sie darf 2 Stunden Gassi und da schaltet sie schon mal den Turbo ein und tollt unbeschwert herum. Sie folgt, auch wenn Hasen, Rehe, Enten vor uns auftauchen. Sie schmust. Fährt gerne im Wohnmobil. Liebt ihren Garten und sucht darin 2x täglich ihr Essen. Nasenarbeit, das liebt sie.

Und jetzt nach 1 Jahr bleibt sie 6 Stunden ganz ruhig alleine daheim. Sie schmuggelt sich dann aufs Sofa ;-), schaut Fernsehen und beobachtet die Katzen (sie kommt sehr gut mit ihnen klarmöchte nicht schmusen mit ihnenaber ist immer lieb und eher desinteressiert). 2 x die Woche darf sie aber trotzdem noch zu Ihrem Benny; das tut ihr einfach gut.

Bestimmte „Mackenwerden bleibensie duckt sich immer noch oft und meint, man schlägt sie. Und ein bisschen Traurigkeit und Unsicherheit ist immer in ihr. Hundeschule macht nach wie vor keinen Sinn, sagt auch der neue Hundeflüsterer, aber das ist ok, sie folgt gut und ist immer lieb und lernt einfach viel auf ihrer Pflegestelle.

Scarlett ist unser Schatz, unser kleines Luder, unsere kleine Hexe. Sie ist unser Seelenhund! Wir sind so froh, dass wir sie haben. Sie bereichert unser Leben und wir lieben sie sehr. Wir haben viel durch sie gelernt! Vor allem, dass mit viel Geduld und Liebe Vieles (nicht alles!) möglich ist.

Vielen Dank Jutta, dass Du uns so gut unterstützt hast und für das lange Gespräch als „Frauchenam Anfang eine IchkanndasnichtIchschaffdasnicht-Krise ;-) hatte.

Wir würden es wieder so machen. Wenn einen Zweithund, dann von Euch!

Vielen Dank dem ganzen Team und den liebevollen Betreuerinnen auf Zypern für  ihren selbstlosen Einsatz!

Macht weiter so! Eure Scarlett mit Anhang.

 

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